Glanz aufs Papier:

Bronzierung macht es möglich

Es ist zu schade, dass so manch alte Druck- und Veredelungstechnik in Vergessenheit gerät. Um so schöner, wenn sich der eine oder andere Betrieb noch für den Erhalt dieses Wissens einsetzt und damit die Chance gewährt, den Charme vergangener Zeit mit hochmodernem Design reizvoll zu kombinieren. 

Eine dieser Techniken, die leider nur noch selten angeboten wird, obwohl sie Printprodukten zu unverwechselbaren Glanz verhelfen kann, ist die Bronzierung. Hierbei handelt es sich um einen zarten metallischen Hauch, der auch partiell für einen aufsehenerregenden Effekt sorgen kann. Das eingesetzte Goldbronzepulver besteht in der Regel aus 85 Prozent Reinkupfer sowie etwa 15 Prozent Feinstzink. Beide Elemente werden bei 1200 Grad verflüssigt, legiert, schließlich mit Pressluft verdüst und im Anschluss in einer Mühle so lange bearbeitet, bis ein feines Pulver entsteht. Mit ein wenig Fett auf Hochglanz poliert, ist der Goldstaub einsatzbereit: In zwei Druckdurchgängen werden zunächst im Offset diejenigen Stellen mit einer klebrigen Farbe bedruckt, an denen später die Bronzepartikel haften bleiben sollen. Im zweiten Durchgang haben wir die entsprechend gewünschte Menge Bronze aufgetragen. 

Alte Technik neu entdeckt

Einer der wenigen Anbieter dieses Verfahrens ist die Schweizer Traditionsdruckerei Wolfensberger AG, die inzwischen neben dem klassischen Gold auch Rot- und Silbertöne herstellen kann. »Als Ruedi Wolfensberger aus der dritten Generation unseres Unternehmens vor über fünfzig Jahren nach England reiste, um sich im Druckhandwerk weiterzubilden, dachte niemand, dass er mit Gold zurückkommen würde«, so Benni Wolfensberger. Heute bediene man mit diesem speziellen Effekt nicht nur Kunden in der Schweiz, sondern auch aus den USA, Großbritannien und sogar Australien. Am Golde hängt, zum Golde drängt doch alles … wußte ja schon Goethe.

Alle Beispiele realisiert von Wolfenberger.