Let’s swing!

Lust auf eine beschwingte Zeitreise? Im Jahr 1987 gründete Andrej Hermlin das Swing Dance Orchestra (damals unter dem Namen Swing Dance Band), doch seine musikalische Leidenschaft wurde natürlich schon viel früher geweckt: »Wann immer mein Vater eine seiner wenigen Jazzschallplatten spielte, rannte ich die Treppe unseres Hauses hinunter und setzte mich mit leuchtenden Augen und weit geöffneten Ohren neben den Lautsprecher unserer altmodischen Musikanlage. Damals, mit etwa drei Jahren, habe ich mich in Benny Goodman verliebt. Als Sohn eines deutsch-jüdischen Schriftstellers und einer russischen Germanistin infizierte ich mich ausgerechnet mit dem amerikanischen Swingvirus. Die Infektion hält übrigens bis heute an und ist glücklicherweise nicht tödlich verlaufen …«, so ist auf der Bandseite nachzulesen. Ansteckend scheint dieses (harmlose) Virus jedenfalls zu sein: Inzwischen Andrejs Kinder David und Rachel Hermlin Teil des Ensembles, ebenso wie »Die Skylarks«, die den Vocalgroup-Sound der vierziger Jahre aufleben lassen. 



Die Ästhetik der 20er und 30er Jahren

Nun ist Swing nicht nur eine ganz eigene musikalische Stilrichtung, er ist auch eng verbunden mit der Aura der Zwanziger und Dreißiger, mit dem amerikanischen Lebensgefühl jener Zeit und nicht zuletzt mit den großen Vertretern wie Benny Goodman, Glenn Miller oder aber diverser Big Bands. Die damit verknüpfte unverwechselbare Ästhetik wird von The Swingin’ Hermlins selbstverständlich zelebriert – fotografisch und gestalterisch bestens von Uwe Hauth in Szene gesetzt. So findet sich beispielsweise im bandeigenen Shop eine mitreißende Dokumentation zur Geschichte von Hermlin Ville. Großformatige Bilder laden auf eine Zeitreise ein, die in die Familienhistorie eintauchen lassen. 


Gebanntes Lebensgefühl 

Gedruckt auf Pergraphica wurde der 232-seitige Band bei Pinguindruck in Berlin im Format 15 x 21 cm produziert und kann für 25 Euro bestellt werden. »Seit Januar geben wir auch eine eigene Zeitung heraus, die monatlich erscheint … und ebenfalls auf unserem Lieblingspapier gedruckt wird« verrät Uwe Hauth. Der auf 500 Exemplare limitierte Lesestoff katapultiert auf direktem Weg in die Hochzeit des Swings und das Berlin der 30er Jahre – inhaltlich wie formal. Ach ja, und erstklassige Musik, die gibt es natürlich auch zu kaufen. 


Papier: Pergraphica

Druck: Pinguindruck, Berlin

Fotografieinstagram.com/uwehauth

swingfortyone.de

swingdanceorchestra.de