Life in Letters

Mit einer eindrucksvollen Monografie würdigt der Typograf und Designhistoriker Christopher Burke das Lebenswerk des großartigen Schriftenentwerfers Gerard Unger, der 2018 verstarb. Inspiriert von abstrakter Kunst entsprangen seiner Kreativität zahlreiche Fonts für Zeitungen wie Swift, Gulliver, Coranto der Vesta, aber auch fulminante Leitsysteme wie für die niederländische Autobahn oder die Amsterdamer U-Bahn. Ob Bücher, Logos, Briefmarken oder Erscheinungsbilder – Gerard Ungers Arbeiten waren schnörkellos fokussiert und immer von seinem typografischen Fingerspitzengefühl geprägt. 



Ein Lebenslauf in Schriften

In »Gerard Unger – Life in Letters« fängt Christopher Burke eben diese Passion sehenswert ein: Er lässt mit zahlreichen Abbildungen und Originalskizzen die Entwicklung Gerard Ungers nachspüren und beleuchtet auch dessen Publikationen und Fachtexte. Gestaltet wurde das 336 Seiten starke Werk von Hansje van Halem, die derzeit zu den kreativsten Designerinnen der Niederlande zählt und Schülerin Gerard Ungers war. So wurde auch das Cover zu einem unübersehbaren Schmuckstück, auf dem – wohl auch im Sinne Ungers – der Titel mit einem ausdrucksstarken Sujet zu verschmelzen scheint, ohne an Lesbarkeit einzubüßen. 



Eine Heißfolie setzt hier einen spannenden Akzent, der das psychedelische Muster glänzen lässt und die Schrift dabei ausspart. Im Inneren überlässt Hansje van Halem die Bühne ganz dem Typografen und arrangiert dabei wohltuend die unterschiedlichen Bildsprachen, die sich aus Skizzen, Fotografien und Dokumenten zusammensetzen. 




Schön auch, dass der herausgebende Verlag Uitgeverij de Buitenkant das hohe inhaltliche Niveau auch in der Wahl des Papiers unterstreicht: Zum Einsatz kam das handschmeichlerische Lessebo Design.  


Gerard Unger: Life in Letters, Christopher Burke, 336 Seiten, Englisch, ISBN 978-90-83052-10-6, 45 Euro. 

http://www.hansje.net/Gerard-Unger-Life-in-Letters

Papier: Lessebo Design