Papier als Erzählebene:

Made in Fukushima

Seit der Tsunami-Katastrophe 2011 und der ausgelösten Kernschmelze im Kernkraftwerk von Fukushima ist die Region gebrandmarkt: Tausende Hektar Acker wurden mit radioaktivem Material verseucht – ein Landstrich, der zu den wichtigsten landwirtschaftlichsten Regionen Japans zählte. Inzwischen ist es durch eine Kooperation des Umwelttechnik-Spezialisten Meter und Dr. Masaru Mizoguchi von der Universität Tokyo mit einer neuen und nachhaltigen Dekontaminationsmethode gelungen, dort wieder sicher Reis anzubauen. Doch dieser Erfolg muss natürlich erst überzeugend kommuniziert werden, ehe es auch wirtschaftlich wieder aufwärtsgehen kann. Um den Fortschritt in der Region erfahrbar zu machen, entstand in Zusammenarbeit zwischen Meter, der Kommunikationsagentur Serviceplan Innovation, dem Digital Design Studio Moby Digg sowie dem Fotografen Nick Frank eine authentische Dokumentation: »Unsere Strategie bestand darin, die komplexen Zusammenhänge begreifbar zu machen«. Hierfür wurden nicht nur eindrucksvolle Fotografien, Interviews, Reportagen und Hintergrundinformationen zusammengetragen – der »spürbare« Aha-Effekt lag auch im physischen Objekt selbst. »›Made in Fukushima‹ ist ein Buch aus Reisstroh von den dekontaminierten Feldern in Fukushima. Der Reisstrohhalm wurde geerntet, getrocknet, gereinigt, geschnitten und zu Papier verarbeitet. Es erzählt die Geschichte der Region, der Katastrophe und der Dekontaminierung, der Farmer und ihrer Produkte«, so ist von Serviceplan zu erfahren. 

Wenn ein Rädchen ins andere greift

Für diese besondere Art der Materialherstellung kooperierten Papierhersteller aus Fukushima mit Gmund Paper; in der Druckerei Vogl fand man wiederum einen innovativen Druckdienstleister, der auch vor besonderen Papiersorten nicht zurückschreckt. Ausgezeichnet mit einem Red Dot: Best of the Best ist »Made in Fukushima« ein großartiges Beispiel, welche Rolle das Papier innerhalb eines Printprojektes einnehmen kann. In diesem Fall bildet es sogar einen eigenständigen, haptischen Erzählstrang, der das Visuelle aufs Beste ergänzt.