Perfekt unperfekt

Risografie in aller Munde

Wer auf der Suche nach einem ganz speziellen Druckbild ist, der sollte vielleicht einmal die Risografie in Betracht ziehen. Dieses Verfahren erlebt gerade einen Senkrechtstart und das nicht ohne Grund: Zum einen weist es eine hervorragende Ökobilanz auf und zum anderen ist das »Unperfekte« ein gefragter Kontrast zur gegenwärtigen Optimierungswelle. 

Bleiben wir erst beim Thema Nachhaltigkeit, das uns schließlich alle beschäftigt. Bei der Risografie basieren die Druckfarben auf Sojaöl und Wasser, die Masterfolien wiederum werden aus Hanffasern hergestellt. Darüber hinaus arbeiten die Maschinen sehr energieeffizient und sind beispielsweise im Vergleich zu einer Digitaldruckmaschine in puncto Stromverbrauch äußerst genügsam. 

Und wie funktioniert’s?

Technisch gesehen, ist die Risografie dem Siebdruck sehr ähnlich: Es ist ein Schablonendruckverfahren, bei dem eine Masterfolie auf eine Trommel gespannt wird und so die Farbe auf das Papier überträgt. Pro Farbe ist ein Druckdurchgang notwendig und Passerungenauigkeiten sind nicht nur unvermeidbar, sondern charakteristisch für Risografiedrucke. Einschränkungen in der Gestaltung, sollten eher als Herausforderung angesehen werden: So sind große Flächen in Volltonfarbe eher schwierig, Schriften sollten nicht unter 6 Punkt und Linien nicht unter 0,15 Punkt angelegt werden. Auch das Format ist maschinenbedingt begrenzt – hier ist eine Beratung im Vorfeld unbedingt zu empfehlen. 

In puncto Papier ist die Auswahl grenzenlos, allerdings muss es sich um eine ungestrichene Sorte mit offener Oberfläche handeln, um einen guten Trocknungsvorgang zu ermöglichen. Auch die Anwendungsbereiche sind vielfältig und reichen von Postkarten und Flyer über Plakate bis hin zu Büchern und Umschläge. Überall, wo leuchtstarke Farben, ein ungewöhnliches Druckbild sowie ein wenig »Handmade« aufblitzen sollen, kann die Risografie das richtige Verfahren sein.

Alle Beispiele von Herr & Frau Rio: