Wo kommt unser Essen her?

Von wegen lila Kühe!

Mit dem Titel »Wo kommt unser Essen her?« hat es Autorin und Illustratorin Julia Dürr sowie der Beltz Verlag auf die Liste der Schönsten Deutschen Bücher 2021 geschafft und schafft damit einen Spagat: Kinder zu erklären, wie Lebensmittel heute produziert werden, ohne ihnen eine Wertung vorwegzunehmen. Auf Doppelseiten stellt sie mit charmantem Strich Groß- und Kleinbetriebe nebeneinander und gewährt damit dem Nachwuchs Einblick in die unterschiedlichen Produktionswelten. Milch vom Bauernhof versus Milch vom Milchbetrieb, Fisch vom Fischerboot versus Fisch von der Fischfarm. Die Autorin erhebt keinen mahnenden Zeigefinger, sondern bereitet Realitäten kindgerecht auf. 



Bilderwelt im Großformat

Auf 40 Seiten und großzügigen 26 × 36 cm merkt man schnell, wie viel Recherche und Leidenschaft in dem Titel steckt. Wie sie überhaupt auf diese Idee kam, erklärt Julia Dürr so: »Mein Opa war Bäcker und vermutlich habe ich darum eine emotionale Beziehung zu diesem Handwerksberuf. Schon als ich klein war, war ich ganz traurig, dass der Bäcker bei uns im Ort zu machte und nun nur noch Brötchen von so einem Kettenbäcker auf unserem Frühstückstisch lagen. Da gab es keine Backstube, in die man rein schielen konnte. Und an den Brötchen hing auch nicht so viel Mehl und die Scheibe war nicht beschlagen von der Hitze und Feuchtigkeit aus der Backstube. Dass unser Brötchen nicht mehr aus der kleinen Backstube um die Ecke kommt, beschäftigt mich also schon lange. Und so kam ich auf die Idee, ein Buch zu schreiben, das einfach und sachlich zeigt, wo unser Essen gemacht wird«. Mit Vorurteilen wollte die Kreative dabei ebenso aufräumen wie mit der Idealisierung unserer Lebensmittelproduktion und hat auch für sich selbst Schlüsse gezogen: »Ich esse seitdem beispielsweise keine Eier mehr. Auch nicht, wenn sie aus Bio-Betrieben kommen. Alle Infos zum Ei haben bei mir einiges durcheinander geworfen ...«. 



Außen wie innen wertig

Ein wichtiges Thema unserer Zeit, das dennoch mit zeichnerischer Leichtigkeit vermittelt wird, paart sich mit einer hochwertigen Herstellung des Buches: Für den Innenteil wählte die Verlagsgruppe Beltz Maxigloss in 135 g/qm ergänzend zum Cover in 200 g/qm Magno Satin. Zusammen mit einer wertigen Fadenbindung entsprach damit also auch die Form den strengen Jurykriterien der Stiftung Buchkunst – man kann nur rundherum gratulieren. 



https://www.beltz.de/

Papier: Maxigloss (135 g/qm), Magno Satin (200 g/qm)